Am 13. Mai hatten Schüler*innen des 12. Jahrgangs die Möglichkeit. die Reaktion der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und Neuen Presse (NP) zu besuchen. Dieser Kontakt entstand durch die Journalistin und HAZ-Redakteurin Johanna Stein, welche die Schule bereits im Rahmen des Studieninformationstages besucht hatte – .und auch meine Inspiration war, mich der Schülerzeitung anzuschließen. Das passte super, da wir uns in den Politik-LKs gerade erst mit Medien, Medienkompetenz, Verlagswesen und der Rolle der Medien als vierte Gewalt beschäftigt haben.

So trafen wir uns um 14 Uhr vor dem Verlagshaus der Madsack Mediengruppe in der passend benannten August-Madsack-Straße. Ein Hinweis darauf, dass hier wohl ein großes Unternehmen waltet.
Nachdem wir am Pförner vorbei sind, nicht halb so streng wie beim Bundestag aber doch irgendwie offiziell und kontrollierend, mit dem Pförnerhäuschen und Schranken, wurden wir von Frau Stein abgeholt und sind zusammen in die Redaktionen gegangen.
Dort stellte uns sie die Struktur des Verlages, den News-Zyklus und ihren Arbeitsalltag vor. Morgens trifft sich das Team mit dem Chefredakteur. Die Redakteurinnen können dann sagen, worüber sie schreiben möchten. Frau Stein erzählte die Themen kommen von der Straße, Informantinnen oder Pressemitteilungen. Oder auch einfach Themen, die den Redakteur*innen nahe liegen. Jeder hat so ein eigenen Steckenpferd, wo er oder sie Vorwissen mitbringt. Die Vorgaben kommen nicht vom Chef. Das war unerwartet.

Beim Gang durch das Großraumbüro mit den höhenverstellbaren Tischen, konnten wir sehen wie Redakteure und Lektoriat arbeiten. Es gibt keine festen Arbeitsplätze, jeder kann da sitzen und arbeiten, wo er oder sie möchte. Die Chefs vom Dienst saßen an ihren Tischen vor mehreren Computerbildschirmen, während über ihren Köpfen mehrere Fernseher montiert waren auf denen Nachrichtensendungen liefen. Mitarbeiter*innen kamen zu ihnen, es wurde sich gemeinsam über einen Laptop gebeugt. Immer aktuelle Informationen.

Im gleichen Raum haben wir die Bildschirme gesehen, auf denen normalerweise nach und nach die Beiträge der Zeitung für den nächsten Tag entstehen. Leider waren diese an dem Tag sehr leer, da am 14. Mai Christi Himmelfahrt war und an Feiertagen keine Zeitung erscheint. Wir haben also die Zeitung für übermorgen sehen können. Oder vorallem die bereits verkaufte Werbefläche. Aber (guter) Journalismus braucht ja auch Zeit und Mitarbeiter*innen, welche ihn verfassen. Und diese Arbeit, diesem Prozess, der hinter verschlossenen Türen stattfindet, von dem man sonst so wenig sieht, konnten wir bei unserem Ausflug ein bisschen genauer kennenlernen.

(sc, 22.06.2026)