Am 22. Juni 2026 besuchten die Musikkurse des Hannover-Kollegs das achte Symphoniekonzert des Niedersächsischen Staatsorchesters unter der Leitung von Dirigent Mario Hartmuth.

Zu Beginn erklang ein Ausschnitt aus Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge. Das Werk zählt zu den bedeutendsten Kompositionen Bachs; sein Schlussstück ist nur unvollständig überliefert und bricht mitten im musikalischen Geschehen abrupt ab. Dieses unerwartete Ende sorgte im Publikum für einen kurzen Moment der Irritation.

Anschließend stand Alban Bergs hochexpressives Violinkonzert Dem Andenken eines Engels auf dem Programm. Mit diesem Werk verarbeitet der Komponist den Tod von Manon Gropius, der Tochter von Alma Mahler-Werfel und Walter Gropius, die im Alter von nur 18 Jahren an Kinderlähmung starb. Berg, der die Familie persönlich kannte, setzte ihr mit seinem Konzert ein eindrucksvolles musikalisches Denkmal. Obwohl die atonalen Klänge des Werkes zunächst ungewohnt wirkten, berührte seine emotionale Tiefe die Zuhörenden spürbar. Besonders beeindruckte auch die virtuose Darbietung der Solistin Antje Weithaas an der Violine.

Im zweiten Teil des Konzerts erklang die knapp einstündige Symphonie Nr. 10 in e-Moll von Dmitri Schostakowitsch. Das Werk thematisiert das Spannungsverhältnis zwischen totalitärer Politik und individuellem Leid. Neben klagenden, nachdenklichen Passagen enthält die Symphonie im zweiten Satz nach Aussage des Komponisten auch ein musikalisches Porträt „des schrecklichen Gesichts von Stalin“.

Trotz ihres ernsten Hintergrunds wurde die Symphonie sehr mitreißend vorgetragen. „Es war schwer, auf den Sitzen zu bleiben und zwischen den Sätzen nicht zu klatschen“, berichteten einige Teilnehmende begeistert. Am Ende der Exkursion stand daher ein einhelliger Wunsch fest: Schon bald soll der nächste Besuch eines Symphoniekonzerts folgen.

(Kre, 23.6.2026)