Ob (un)freiwillig bei der Google-Recherche, bei der Suche nach Rezepten oder der richtigen Formulierung – KI gehört zu unserem Alltag. Auch, wenn sie vieles einfacher macht, macht sie nicht alles richtig. Ein Teilproblem bei der Anwendung ist die Unwissenheit der User. Sie verwenden KI ohne Wissen über Unterschiede und Stärken der verschiedenen Modelle. Sie wissen nicht, was “best practice” beim Prompten ist. Und wenn sie es gelernt haben, ist die “best practice” schon wieder überholt.
Referenzrahmen sind wichtig
Eine einfache Möglichkeit, KI-Ergebnisse zu verbessern, ist es, der KI vor der eigentlichen Anfrage eine spezifische Rolle zuzuweisen, welche den Anforderungsrahmen vorgibt.
Eine mögliche Rolle: Die KI ist ein Post-graduate im Fachbereich Wirtschaft mit sehr gutem Notenschnitt. Außerdem soll sie bei einer zu ungenauen Anfrage nicht mutmaßen, sondern präzisierende Nachfragen stellen.
Durch dieses Vorgehen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von korrekten Informationen. Gleichzeitig ist es für die User einfacher, die Antwort zu überprüfen.
Wie umgehen mit Halluzinationen?
Wenn die KI versucht, fehlende Informationen durch für sie “logische” Schlussfolgerungen selbstständig zu ergänzen, hilft mir das nicht weiter. Sie soll zu ihrem Unwissen stehen und mir nicht fiktive Quellen angeben. Das sage ich ihr zuvor klar in meinem Prompt. Aber selbst der beste Prompt ist kein Garant für Richtigkeit. Deshalb gilt: Die User sind dafür verantworlich, die Fakten zu prüfen – wie bei jeder Internetquelle. Dazu kommt noch, dass diese Halluzinationen in den Kernkompetenzen der KI mit anwachsenden Datensätzen weniger werden.
Wissen wofür
Google Gemini ist absolut praktisch bei der Recherche, weil es irrelevante Links schon vorher aussortiert. Zum Einstieg in ein Thema hilft mir das. Und wenn ich das Mathe-Thema eingebe, präzisiere, wo ich Probleme habe und warum ich etwas anwenden muss, liefert mir diese KI Trainingsaufgaben und sogar die Lösungen dazu. Die schaue ich mir natürlich erst an, wenn ich selbst an den Aufgaben gearbeitet habe.
Bei der Rechtschreib- oder Grammatikprüfung wähle ich Claude. Sprachlich ist das die KI, die am “menschlichsten” schreibt und am besten trainiert ist. Claude gibt mir sprachlich gut verständliche Rückmeldungen bei der Bewertung meiner Lösungsversuche, wenn ich vorher die Unterrichtsanforderungen und Materialien klar genannt habe. Und auch wenn die KI grundsätzlich positiv eingestellt ist, sagt sie mir trotzdem, was ich verbessern kann.
Grafiken erstellt mir kostenlos Gamma. Für Präsentationen sind die Grafiken und Bilder besser geeignet als Stock-Photos, die ich lange suchen muss und oft in einem Detail doch nicht stimmen. Gamma-Grafiken passen dann genau zum Themengebiet.
Und gelegentlich eignet sich eine KI auch, um für die Restbestände meines Kühlschranks passende Kochrezepte zu erfinden.
Ich nutze KI vielfältig. Sie ist zwar noch nicht das gepriesene universelle Werkzeug. Aber sie reiht sich ein hinter Rechtschreib- , Grammatikprüfung und klassischer Internetsuche als das neueste digitale Instrument, um meine Arbeitseffizienz zu steigern.
(C. Bruch, 16.06.2026)