“Denkprozess läuft…”… Wieso behaupten Programmierer, die Maschine würde denken?
KI, künstliche Intelligenz, ist beliebt. Auch im Schulalltag, seitdem sie aus dem Nichts geboomt ist. Doch wie sollten wir KI in der Schule nutzen?
Ist die Schule nicht dafür da, sich Wissen anzueignen und eigene Denkprozesse zu entwickeln? Die Aufgabe der Schule ist es, Schüler*innen kritisches Denken, das Hinterfragen von Informationsquellen und politische Bildung beibringen. Mit dem Ziel, dass aus Schüler*innen intelligente, mündige Menschen werden.
Wie ist es denn bitte möglich, diese Fähigkeiten zu entwickeln, wenn jede Frage direkt in ChatGPT kopiert, der fremde “Denkprozess”, die Antwort der KI, wiedergekaut und ausgespuckt wird?
Oder man von seinen Lehrkräften nicht gelehrt bekommt, wissenschaftlich zu arbeiten, sondern die Aussage fällt: “Lassen Sie sich das von der KI erklären.” Weiß die Lehrkraft etwa, was die künstliche Intelligenz generieren wird? Das ist mir zu nebulös. Ist es nicht sinnvoller, ein gutes und vertrautes Hilfsmittel zu befragen? Zum Beispiel meine*n Lehrer*in?
Ich bin genervt. Ich möchte nicht, dass Menschen, meine Mitschüler*innen, sich wissentlich die Entscheidung nehmen, selbst (nach) zu denken und lieber eine Maschine fragen. Also den leichten Weg wählen, anstatt eigene Fähigkeiten zu entwickeln. Ganz nebenbei: Es lebe die Datenkrake. Für die KI-Industrie sind wir nur Nutzer*innen, die Geld zahlen oder zu Geld gemacht werden. Der Informationsgehalt ist hier zweitrangig.
Für mich ist KI nicht DIE Lösung. Sie ist eine Lösung für andere, aber nicht meine. Ich möchte meine menschliche Originalität, meinen Denkprozess behalten. Ich denke, ich irre, ich denke neu, ich lerne selbst.
(sc, 22.06.2026)
Illustration: sc