Anfang Juni 2026 starteten 10 Schüler*innen zur ersten Erasmus plus-Mobilität des Hannover-Kollegs. Ziel war Cádiz in Südspanien. Die Stadt in der Region Andalusien liegt malerisch auf einer Halbinsel am Mittelmeer. Fünf Tage lang ging die Gruppe dort, aber auch an der Partnerschule IPEP (Instituto Provincial de Educación Permanente) auf Entdeckungstour.
Die Reisekosten übernahm die Europäische Union. So stand allen Interessenten die Teilnahme an der Erasmus+-Aktivität offen. Niemand musste wegen seiner finanziellen Lage auf die Bewerbung um die Teilnahme verzichten. Das Erasmus+-Programm der EU ermöglicht so europäische (Reise-)Erfahrungen und Blicke über den Tellerrand. Welche Eindrücke hat die Gruppe aus Cádiz mitgebracht? Zwei Teilnehmende berichten.
Wie haben euch die Stadt und die „spanische Atmosphäre“ gefallen?
Noufal: Cádiz hat mir sehr gut gefallen. Besonders die schöne Altstadt, das Meer und die entspannte spanische Atmosphäre haben mich beeindruckt.
Anja Depping: Die Altstadt von Cádiz liegt auf einer Halbinsel und so ist man von überall in wenigen Gehminuten am Meer. Ein Traum! Anfang Juni war die Stadt belebt, aber nicht überfüllt mit Touristen, für uns war es also perfekt.
Worüber habt ihr euch mit den spanischen Schüler*innen ausgetauscht?
Noufal:Mit den spanischen Schüler*innen habe ich mich über Alltagsthemen, kulturelle Unterschiede und auch politische Themen ausgetauscht. Alle Gespräche fanden auf Englisch statt, was mir sehr geholfen hat, meine Englischkenntnisse zu verbessern.
Anja Depping: Für mich persönlich war es eine interessante Erfahrung, als wir nach zwei Tagen bemerkt haben: Adrián, der Erasmus-Koordinator unserer Partnerschule IPEP, und ich sprechen zwar beide ganz ordentlich englisch, aber lieber und viel besser französisch! Wir haben sofort die Sprache gewechselt und damit war irgendwie auch gleich eine größere Nähe da. Faszinierend.
Wie ist der Unterricht dort gestaltet. Gab es Unterschiede im Vergleich zum Unterricht am Hannover-Kolleg?
Noufal: Der Unterricht war teilweise etwas lockerer gestaltet als am Hannover-Kolleg. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass das Englisch-Niveau etwas niedriger war als bei uns. Trotzdem konnte ich interessante Einblicke in das spanische Schulsystem gewinnen.
Anja Depping: Wir haben an einer Englischstunde teilgenommen, bei der es um Reading Comprehension ging. Ich habe es so wahrgenommen, dass die Unterrichtsmethodik recht frontal war und dass eher weniger das Sprechen praktiziert wurde. Aber das war natürlich nur ein punktueller Eindruck.
Gab es für euch eine Art „Kulturschock“?
Noufal: Einen richtigen Kulturschock hatte ich nicht, aber die späteren Essenszeiten und der andere (spätere) Tagesrhythmus waren für mich ungewohnt.
Anja Depping: Ja, Schock ist zu viel gesagt, aber: Wir haben Unterschiede zwischen der spanischen und der deutschen Seite festgestellt bei der Art und Weise, wie man so einen Aufenthalt organisiert. Während wir uns (typisch deutsch?!) manchmal einen genaueren Zeitplan und klarere Ansagen gewünscht hätten, war die spanische Seite flexibler, hat vielleicht etwas mehr Freestyle gemacht. Aber das Wichtigste war eine große Gastfreundschaft. Es wurde alles getan, dass es unserer Gruppe gutgeht in Cádiz, dafür bin ich sehr dankbar.
Welche Eindrücke sind euch im Kopf geblieben?
Noufal: Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Gastfreundschaft der Menschen und die Zeit mit den spanischen Schüler*innen. Ich habe mich mit einigen von ihnen so gut verstanden, dass wir bereits über private Treffen in der Zukunft gesprochen haben. Sie haben mich auch eingeladen, sie wieder zu besuchen. Deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, Cádiz noch einmal privat zu bereisen, um die Stadt und die Menschen dort wiederzusehen. Die Erfahrung generell war sehr schön und etwas Besonderes.
Anja Depping: Schöne Erlebnisse waren der Turm Torre Tavira mit der Cámara obscura und ein Spaziergang im Naturpark Los Toruños. Richtig toll fand ich unsere Reisegruppe: Alle waren gut drauf und haben aufeinander achtgegeben; keiner hat gemeckert, wenn mal irgendwo gewartet werden musste. Insgesamt würde ich sagen: Unsere erste Erasmus-Reise war eine sehr positive Erfahrung.
Fragen: AG „Kolleg News“