Die Verwendung von KI hat auch am Hannover-Kolleg Einzug gehalten. Wie relevant ist das Thema für euch? Wie verwendet ihr KI im Schulalltag? Unsere Umfrage zeigt: Der KI-Einsatz ist an der Tagesordnung, wird aber durchaus reflektiert.
Als erstes ein herzliches Dankeschön den 76 Schüler*innen, die an unserer nicht-repräsentativen Umfrage zu „KI in der Schule“ teilgenommen haben und insbesondere den 66, die alle Fragen beantwortet haben.
Hier jetzt sowohl Statistiken als auch einzelne repräsentative oder hervorstechende Antworten aus der Umfrage. Vorweg sei schon einmal gesagt: Die Relevanz hat sich definitiv bestätigt.
80 Prozent nutzen KI für die Schule, aber nur 22 Prozent täglich
Es überrascht wohl niemanden, dass circa 80 Prozent der Befragten KI für die Schule genutzt haben. Frequentiert wir die KI hingegen von 62 Prozent hingegen nur gelegentlich, 22 Prozent nutzen sie täglich.
Erfreulicherweise verfolgen die meisten hehre Ziele, wenn sie die Wahrscheinlichkeitsmaschine befragen: Es geht ebenso um das Erklären von komplexen Zusammenhängen, die Korrektur von Rechtschreibung und Aufgaben oder um Klausurvorbereitung und Lernpläne. 25 Prozent der Befragten haben jedoch angegeben, KI für die Hausaufgaben zu benutzen.
Das ist schon das erste Indiz für die Abgabe von Kompetenzen an die Elektronik und damit einhergehendes Potenzial für einen Kompetenzverlust, den sc im Kommentar „KI – ohne mich“ anspricht.
Mehr als 50 Prozent sagen, KI werde zu viel genutzt
Dass an KI differenziert herangegangen wird, ist erfreulich und zeigt sich neben der Moralfrage dadurch, dass mehr als die Hälfte die Meinung vertritt, dass zu viel KI genutzt wird.
20 Prozent scheinen mit den freien Versionen nicht zufrieden zu sein. Sie bezahlen für mehr Anfragen oder mehr Modelle.
Breites Erfahrungsspektrum: „KI kann kein Bio“
In der Frage nach der Erfahrung haben wir ein breites Spektrum vom „Gamechanger” und „gute Erfahrung” über „gemischt”, „gut und schlecht”. Es gibt überraschend viele Variationen von „Als Hilfestellung […] hilfreich, man muss […] jedoch oft gegenprüfen“ bis zu „Unzutreffende Antworten, […] undifferenzierte Inhalte” und „Es kann kein Bio”.
Die multiple choice-Frage, wie KI hilft, wurde von den Teilnehmenden wie folgt beantwortet:
74 Prozent sagen „Ich bekomme hilfreiche Tipps und Verbesserungsvorschläge”,
54 Prozent antworten „Ich erhalte Antworten auf [meine] Fragen”,
50 Prozent sparen sich Zeit, bekommen neue Ideen und
33 Prozent sagen ganz klar: „Ich spare mir Arbeit”.
ChatGPT vor Gemini und Perplexity
Ein wenig konfus ist das Ergebnis der Fragen nach den zuverlässigsten Modellen und negativen Erfahrungen. In beiden Fällen ist ChatGPT der Spitzenreiter. Bei der Zuverlässigkeit belegen Gemini und Perplexity die Plätze 2 und 3.
Die Probleme waren, soweit angegeben, fast durchgehend Halluzinationen mit einigen wenigen Bemängelungen des Schreibstils oder der Verwendung eines Operators.
Kritische Selbstreflexion: 53 Prozent sehen Schaden für das eigene Denken
Die Antwort, wo die KI in den Augen der Befragten sinnvoll ist, enthält relativ wenige Überraschungen. Die besten Verwendungszwecke sehen die Befragten momentan in Sprachen und Logikaufgaben, so auch Mathematik.
Abschließend sei gesagt, dass 53 Prozent selbst sagen, dass KI dem eigenen Denken schade. Rund ein Drittel gibt an, es komme nur auf die Anwendung an. Nur 5 Prozent glauben, KI schade ihrem Denkvermögen nicht, während der Rest der Befragten es nicht weiß.
(cb, 22.06.2026)
Nach den Ferien veröffentlichen wir die vollständigen Ergebnisse.