Roboter Nao analysiert die Interessengebiete, die Noten und die selbst genannten Stärken und Schwächen der Schüler*innen? Heraus kommt ein Profil der drei bestgeeignetsten Studien- und Berufsfelder? Wenn es doch nur so einfach wäre. Nein, am Studien- und Berufsorientierungstag für die E-Phasen und den Jahrgang 12 am Hannover Kolleg berichteten Referent*innen und ehemalige Schülerinnen über ihre Studiengänge und Arbeitsfelder, über individuelle Erfahrungen und Einschätzungen. Und so entstand zwar kein allumfassender, aber doch praxisorientierter Zugang zu Berufswegen. Viele Schüler*innen nutzten die Möglichkeit zum Nachfragen und Kontakten.
Der Vormittag am Hannover Kolleg lässt sich nicht in wenigen Zeilen zusammenfassen. Ein ABC von Achtsamkeitsübung, Bachelor of Arts, Chemie, Design, Forensik, Gestaltung über Referendariat und Selbstständigkeit bis hin zu Vorpraktikum, Werkstoffkunde oder Zulassungsvoraussetzungen mag einen Eindruck über die Bandbreite der Informationen vermitteln.
Wie die richtige Wahl treffen?
Parallel zur Differenzierung und Spezialisierung hat die Zahl der Studiengänge in den vergangenen Jahren immens zugenommen. Allein in den MINT-Fächern gab es vor zehn bis 20 Jahren nur die Hälfte der heutigen Studiengänge. Gleichzeitig steigt die Fülle der Informationsangebote – gerade online – rasant. Ein besserer Durchblick ist damit keinesfalls garantiert. Wie soll man sich bei dieser Fülle für einen Studiengang entscheiden und woher wissen, ob er wirklich die richtige Wahl ist? Und ob in Zeiten der KI-Revolution nicht alle Arbeitsmarktprognosen am Ende des Studiums schon wieder obsolet sind?
Workshops für viele Interessen
Am Studien- und Berufsorientierungstag reichte das Spektrum der Workshops von Architektur und Design über Journalismus, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Psychologie und Sozialen Arbeit. Informationen über Lehramts- oder MINT-Studiengänge an der Hochschule Hannover mit Green Engineering, Verfahrens- und Energietechnik waren ebenso gefragt wie ein Workshop zu Karrieremöglichkeiten bei der Polizei. Wichtiges Überblickswissen vermittelten die Studienberatung der Leibniz Universität und Dozenten der Hochschule Hannover. Ehrenamtliche von „Arbeiterkind.de“ machten den Anwesenden Mut, einen Universitätsabschluss anzustreben, selbst wenn sie nicht auf Vorbilder aus der Familie zurückgreifen können. Wichtig waren in diesem Kontext Hinweise zum BAföG und zur Studienfinanzierung allgemein.
Der Workshop „Psychologie studieren“ begann mit einer Achtsamkeitsübung. Sich nur auf das Gegenüber, das Hier und Jetzt zu konzentrieren, war die Herausforderung. Herausforderungen wird es für alle Teilnehmer*innen bis zu ihrem Schulabschluss und Studienbeginn weiterhin geben. Auch dann müssen sie sich auf sich selbst, ihre Aufgaben und Ziele konzentrieren. Ein erstes Instrumentarium, das bei den nächsten Schritten Hilfe und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten geben kann, steht ihnen jetzt hoffentlich zur Verfügung.
Herzlichen Dank an alle Workshop-Anbieter*innen und das Organisationsteam des Hannover-Kollegs!
(Scr, 17.02.2026)
Mehr Informationen:
- Für alle, die als Erste in ihrer Familie studieren: https://arbeiterkind.de/
- Projekthaus Zukunft MINT der Hochschule Hannover: https://mint.hs-hannover.de/
- Studienberatung der Leibniz Universität Hannover: https://www.uni-hannover.de/