Die Kunstkurse der Jahrgänge 12, 13 und der E-Phase präsentierten zum Jahreswechsel ihre besten Werke. In den Fluren und im Kunstraum konnten die Mitschüler*innen Tonskulpturen von „Mensch und Tier“, verschiedene Tierarten in Bewegung oder „Architekturdarstellung zu verschiedenen Tageszeiten“ bewundern.

Im Schulflur ist es bunt und lebendig. Hunde, Katzen, Tauben, Kraniche, Pinguine, Meeresschildkröten oder Quallen sind nur einige der Tierarten, die im Gebäude ausnahmsweise nicht unter das Haustierverbot fallen. Ihre grazilen und realitätsgetreuen Bewegungen haben die Schüler*innen der Kunstkurse mit Tusche, Ölkreide, Buntstiften oder Acrylfarbe abgebildet. Beeindruckende Bilder von „Tieren in Bewegung“, die der Schulgemeinschaft zeigen, wie viel Arbeit bei aller Kreativität in jedem einzelnen Werk steckt.

Gestalterische Mittel visualisieren die Bewegung

Tauben scheinen sich mit wilden Flügelschlägen gerade in die Luft zu erheben, der weiße Malteser das Wasser aus dem Fell zu schütteln oder ein Eichhörnchen zum Sprung anzusetzen, während ein Fuchs den Betrachter anzuspringen scheint. Ob Zwei- oder Vierbeiner: Alle Motive werden durch verschiedene gestalterische Mittel in Bewegung versetzt. Eine bewusst gewählte Unschärfe, das Verwischen der Konturen, die serielle Abbildung oder die Auflösung von Schemen visualisieren diese Bewegung.
Dabei mussten sich einige Schüler*innen bewusst vom Perfektionismus lösen. Erst wurde detailliert gezeichnet, anschließend das abgebildete Tier wieder verwischt. Oder jemand stellte fest, dass etwas comicähnlich wirkte, je genauer das Tierfell dargestellt werden sollte. „Bilder sehen je nach Arbeitsmodus ganz anders aus. Diese Unterschiede haben wir reflektiert,“ berichtet eine Schülerin und ergänzt: „Irgendwann muss man sich dann selbst ‚Stopp‘ sagen.“

Besondere Begegnungen in Ton

Tiere sind auch das Verbindungsglied zu den Tonskulpturen „Mensch und Tier“. Unterschiedliche Interaktionen zwischen Menschen und Pferden, Ziegen oder anderen Haustieren sind dreidimensional zu sehen. Und gleichzeitig Momente der zärtlichen, vorsichtigen oder vertrauensvollen Begegnung.
Luise hat eine besondere Erinnerung in Ton festgehalten. Sie konnte während ihrer Arbeit im Zoo Hannover hinter die Kulissen des Elefantenhauses schauen. Fast kaum sichtbar wird ihre Hand vom Rüssel eines Elefanten umschlungen. Zart und behutsam, trotz der Kraft, die in ihm steckt. Der massige Körper war eine „riesige Herausforderung“, betont die Schülerin. Anders als bei Menschendarstellungen sei es bei Tieren ungewohnt, Muskeln, Bauch und Falten oder die Proportionen realistisch abzubilden.
Die Grundlage aller Arbeiten war ein selbst gemachtes Foto. Bei Diana musste es nicht gestellt werden, die Katzen kommen freiwillig zu ihr. Sie mögen das heimische Sofa genauso wie ihre Besitzerin. Mit ihrer Skulptur hält sie einen „Moment der absoluten Ruhe und Entspannung“ fest. Am schwierigsten sei die Nachbildung ihrer eigenen Frisur gewesen. Die ist letztlich aber genauso gelungen wie die Abbildung der Katzen. Wer genau hinschaut, kann die beiden sogar auseinanderhalten.

Stehen bleiben lohnt sich

Auch im Januar sind die Arbeiten der Kunstkurse im Erdgeschoss zu sehen. Es lohnt sich, bei den „Tieren in Bewegung“ stehen zu bleiben, sie auf sich wirken zu lassen oder sich einfach nur über ihre Lebhaftigkeit und Nähe zu freuen. Herzlichen Dank an alle, die diese Ausstellung ermöglicht haben.

(Scr, 09.01.2026)