Zwischen Whiteboard und Schulbank soll ein flauschiger Vierbeiner stehen, der mit großen Augen für Ruhe sorgt und Lernstress einfach wegkaut. Was steckt hinter dem geheimnisvollen Schullama Fussel?
Haben Sie auf diesen Artikel geklickt, weil Sie wissen wollen, was es mit dem Lama Fussel als Lernbegleiter an unserer Schule auf sich hat? Wenn ja, dann sind Sie uns auf den Leim gegangen. Denn: Nein, es wird künftig leider kein Lama als Lernbegleiter geben.
Ärgern müssen Sie sich darüber allerdings nicht. Denn laut Investigativjournalistin Annelie Naumann sind grundsätzlich alle Menschen empfänglich für solche Formen von Desinformation. Entscheidend ist jedoch: Man kann lernen, sie zu erkennen. Genau das war Ziel des sechsstündigen Work Shops „Fakes News erkennen“, den Annelie Naumann am vergangenen Freitag für die Schulgemeinschaft angeboten hat.
Von den fast schon altmodisch anmutenden Zeitungsenten über Clickbaiting, Ragebaiting, Fake News und den feinen Unterschied zwischen Desinformation und Fehlinformation vermittelte Naumann – Mitglied der Redaktion von Jan Böhmermann und zuvor tätig für Die Welt und die Washington Post – nicht nur den fundierten fachlichen Hintergrund. Sie besprach diese Phänomene auch mit den Schülern und Schülerinnen anhand aktueller weltpolitischer Fragestellungen.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Frage, wie man sich selbst davor schützt, auf Fake News hereinzufallen. Ebenso wichtig war auch der Umgang mit Situationen, in denen Menschen im persönlichen Umfeld nicht erkennen, was wahr ist – und was nicht.
Dabei wurde deutlich, dass es wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, um die Motive und Beweggründe der jeweiligen Person zu verstehen. Gleichzeitig machte Annelie Naumann aber auch klar, dass dieser Dialog Grenzen hat – insbesondere dann, wenn Desinformation bewusst verbreitet wird oder Gesprächspartner nicht zu einem sachlichen Austausch bereit sind.
Zum Abschluss des Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Können in praktischen Übungen unter Beweis stellen. Ob bei der Bildersuche, beim Einsatz von Faktencheck-Tools, einem prüfenden Blick ins Impressum oder schlicht beim Gebrauch des eigenen Verstandes à la Kant – viele sind schon bestens dafür gerüstet, Informationen kritisch zu prüfen und zu hinterfragen.
Wer also beim nächsten Mal auf einen Clickbait-Artikel stößt, weiß nun: Es braucht nicht das Lama Fussel als Lernbegleiter, sondern nur den eigenen Verstand.
(Mar, 09.02.2026)